Geschichte des Bausparens

Das Bausparen gehört schon seit sehr langer Zeit zum A und O der Geldanlage und erfreut sich bereits seit seinem Bestehen größter Beliebtheit. Heute bestehen in Deutschland ungefähr 40 Millionen Bausparverträge, was die absolute Erfolgsgeschichte dieser Anlageform schon mehr als deutlich machen dürfte.

Die ursprüngliche Form des Bausparers

Es ist kaum zu glauben, dass auch das Bausparsystem – wie so vieles – aus dem chinesischen Raum stammt. Experten gehen davon aus, dass dieses spezielle System, bei dem kollektiv gespart wird, bereits etwa 200 Jahre vor Christus entwickelt wurde. Es gab damals Spargesellschaften auf Gegenseitigkeit, die auf gemeinnütziger Basis funktionierten. Dies alles passierte während der Han-Dynastie.

Der Bausparvertrag erobert Europa und die Welt

In Großbritannien gab es während der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts große Probleme durch eine enorme Wohnungsnot. Um den Neubau von Häusern zu fördern, wurde damals in Birmingham im Jahre 1775 das Prinzip des Bausparens entwickelt und die erste europäische Bausparkasse gegründet. Den Menschen sollte ein Anreiz geboten werden, Geld für ein Eigenheim auf die hohe Kante zu legen. Das Prinzip des Bausparens setzte sich schnell durch, wodurch gleichzeitig auch der Weg in die Welt geebnet wurde.

Doch dauerte es doch noch bis 1831, bis es auch die erste Bausparkasse in die USA schaffte. Dann ging die weitere Entwicklung rasend schnell vonstatten: Australien und Neuseeland zogen bereits ein Jahr später nach, in Südafrika gab es die erste Bausparkasse 1833 und 1834 war es auch in Brasilien soweit.

Bis das Bausparen auch in Deutschland erste Erfolge feiern konnte, vergingen jedoch noch einige Jahre. Erst im Jahr 1885 wurde die erste deutsche Sparkasse gegründet. Pastor von Bodelschwingh war für die Gründung in Bielefeld verantwortlich, durch die die so genannte „Bausparkasse für jedermann“ entstand. Damit wurde der Bausparvertrag nun plötzlich auch in Deutschland salonfähig.

Erste Erfolge in Deutschland

Während sich das Bausparen anfänglich in Deutschland noch nicht so durchsetzen konnte, erhielt das Konzept zwischen den Jahren 1924 und 1929 frischen Aufwind. Der Erste Weltkrieg hatte seine deutlichen Spuren am Land hinterlassen und der hohe Kapitalbedarf, der für den Wiederaufbau erforderlich war, zehrte an den Kräften vieler. Damals wurden Wohnungsbaugenossenschaften gegründet, die die Aufgaben der Bausparkassen übernahmen.

In den 1930er Jahren wurde das Bausparprinzip in Deutschland geändert. Während bis zu diesem Zeitpunkt das Los darüber entschied, wann der Bausparvertrag zuteilungsreif wurde, sollte ab sofort ein spezielles Bewertungssystem darüber entscheiden. Der Sparer hatte ab diesem Zeitpunkt durch sein eigenes Sparverhalten einen Einfluss darauf, wann er über das Kapital verfügen konnte.

Aufschwung für das Bausparen

Das Wirtschaftswunder, das nach der Währungsreform von 1948 geschah, sorgte auch dafür, dass das Bausparen plötzlich erneut einen enormen Zuspruch erleben durfte.

Im Laufe der Zeit wurde das Bausparrecht immer weiter ausgestaltet und erneuert. Im Jahr 1973 sorgten sowohl das Bausparkassengesetz als auch die Bausparkassenverordnung dafür, dass alle Bausparkassen – egal ob privat oder öffentlich – auf denselben gesetzlichen Richtlinien agieren müssen. Das Bausparkassengesetz wurde 1991 noch einmal überarbeitet und verbessert.

Heute gibt es in Deutschland elf öffentliche Bausparkasse und 16 privater Natur. Über die Hälfte aller Immobilienfinanzierungen werden ganz oder teilweise mithilfe von Bausparern realisiert. Seit Jahren werden attraktive staatliche Zuschüsse gewährt, die das Bausparen zu einer rentablen Geldanlageform gemacht haben.

Fazit zum Bausparvertrag

Obwohl der Bausparvertrag inzwischen auch in Deutschland seit mehr als 100 Jahren besteht, ist er nach wie vor sehr beliebt. Es handelt sich dabei um einen echten Klassiker, der in den meisten Haushalten mindestens einmal vertreten ist. Aufgrund der attraktiven Zuschüsse und Fördermöglichkeiten wird er bei allen Altersgruppen gleichermaßen als Geldanlageform geschätzt. Neben dem Vorteil der hohen Rendite spielt natürlich auch das günstige Darlehen eine große Rolle, das für Immobilienfinanzierungen genutzt werden kann. So hat sich der Bausparer eine feste Position im heutigen Finanzgefüge erhalten.

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